Was tun gegen die immer glei­chen Ausreden?

„Argumente“ gegen eine Katzsenschutzverordnung

Geg­ner einer Katzen­schutz­ver­ordnung bemü­hen häu­fig die sel­ben „Argu­men­te“. Irgend etwas fin­det man immer, wenn man die­se The­ma­tik nicht ernst nimmt — und sie mit wenig Auf­wand vom Tisch haben will.

Wenn Poli­ti­ke­rIn­nen in den Kom­mu­nen sol­che Aus­flüch­te benut­zen, dann ist es gut, Ant­wor­ten zu haben. Wir sam­meln die „Argu­men­te“ gegen eine Katzen­schutz­ver­ordnung und lie­fern Antworten.

Lesen Sie auch unsere FAQs!

Es wer­den immer wie­der die glei­chen Fra­gen in Bezug auf die Katzen­schutz­ver­ordnung gestellt. Wir haben dazu die pas­sen­den Antworten.
Es gibt Wichtigeres!

Ein­schät­zung
Das ist ein völ­lig untaug­li­cher Ein­wand, der in der Regel nur dann benutzt wird, wenn weit­ge­hen­de Ahn­unglo­sig­keit herrscht.

Ihre Ant­wort
Für akti­ve Mit­glie­der in Ver­ei­nen, die auf­grund feh­len­den Kat­zen­schut­zes stän­dig mit dem Schmerz und Leid der Tie­re umge­hen, ist eine Katzen­schutz­ver­ordnung natür­lich sehr wich­tig. Zudem ist Tier­schutz ein im Grund­ge­setz ver­an­ker­tes Staats­ziel — das lässt sich nicht mit „nicht wich­tig“ abtun.

Wenn PolitikerInnen/BürgervertreterInnen, die ihre Auf­ga­be ernst neh­men, eine sol­che Aus­sa­ge anbrin­gen, dann zeugt das zum einen von feh­len­der Wert­schät­zung gegen­über den ehren­amt­lich täti­gen Men­schen, zum ande­ren hat man ver­mut­lich den Stel­len­wert von Tier­schutz nicht begriffen.

Wir haben keine Zeit dafür!

Ein­schät­zung
Die­se Aus­re­de ist ein Zei­chen dafür, dass sich die zustän­di­gen Poli­ti­ke­rIn­nen nicht mit dem The­ma auskennen.

Ihre Ant­wort
Der Auf­wand, eine Katzen­schutz­ver­ordnung zu ver­ab­schie­den, ist zum einen sehr über­schau­bar, da es vom Land Hes­sen hilf­rei­che Hand­rei­chun­gen und Vor­la­gen gibt. Den gerin­gen Auf­wand, eine Katzen­schutz­ver­ordnung zu ver­ab­schie­den, soll­te jede Kom­mu­ne zu Guns­ten von weni­ger Tier­leid auf sich neh­men können.

Zum ande­ren ist Tier­schutz ein im Grund­ge­setz ver­an­ker­ter gesell­schaft­li­cher Auf­trag! Dem mit der Aus­sa­ge „kei­ne Zeit“ zu begeg­nen, ist doch sehr dürftig.

Zudem: Ande­re kön­nen das! Es gibt bereits 1000 wirk­sa­me und geprüf­te Kat­zen­schutz­ver­ord­nun­gen in der Bun­des­re­pu­blik (Stand Novem­ber 2021). Dar­an kann sich jede Kom­mu­ne orientieren.

Ger­ne stel­len wir Ihnen Unter­la­gen zur Verfügung.

Wir wollen das Problem an einen Ausschuss delegieren!

Ein­schät­zung
Die­se Aus­sa­ge ist ein typi­scher Ansatz in kom­mu­na­len Par­la­men­ten, um Zeit zu gewinnen.

Ihre Ant­wort
Tier­schutz ist im Grund­ge­setz ver­an­kert, die Bun­des­re­gie­rung hat ein Gesetz zum Kat­zen­schutz erlas­sen und damit die Ver­ant­wort­lich­keit an die Län­der wei­ter­ge­reicht. (Das Land Hes­sen bei­spiels­wei­se hat die Zustän­dig­keit an die Kom­mu­nen delegiert.) 

Unse­re  Kom­mu­ne küm­mer­te sich bis­her noch nie ernst­haft um den Kat­zen­schutz. Er liegt in der Hand ehren­amt­li­cher Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen und pri­va­ter Initia­ti­ven. Die haben das Pro­blem beschrie­ben und einen bewähr­ten Lösungs­an­satz vor­ge­stellt. Es liegt also alles auf dem Tisch! 

Jetzt wol­len die Poli­ti­ke­rIn­nen die Ent­schei­dung noch mal wei­ter­rei­chen? Wel­che Exper­ti­se hat der Aus­schuss oder kann er erlan­gen, die nicht bereits jetzt und hier schon vor­liegt? Die Exper­ten sind hier unbe­streit­bar die hie­si­gen Tier­schutz­ver­ei­ne, Tier­ärz­te und das Vete­ri­när­amt. Die­se sehen das Pro­blem jeden Tag. Seit Jah­ren weist der hie­si­ge Tier­schutz immer wie­der auf Pro­ble­me mit den Kat­zen­po­pu­la­tio­nen hin und legt Zah­len vor.

Die Sache ist entscheidungsreif!

Es gibt doch nur wenige verwilderte Katzen bei uns!

Ein­schät­zung
Es han­delt sich um einen Ver­such, ver­meint­li­che Sach­kennt­nis vor­zu­täu­schen und Sie in Argu­men­ta­ti­ons­not zu bringen.

Ihre Ant­wort
Die Anzahl der Nach­kom­men­schaft der ver­wil­der­ten Haus­kat­zen in unse­rer Obhut bestä­tigt doch ein­deu­tig das Gegenteil.

Zudem ist nicht die Anzahl, son­dern die Exis­tenz ver­wil­der­ter Kat­zen­grup­pen an sich die amt­li­che Begrün­dung für den Erlass. Dies wur­de bereits 2017 in der klei­nen Anfra­ge an das BMEL (Druck­sa­che 18/118900; Arti­kel hier­zu) geklärt.

Bevor wir eine Satzung verabschieden müssen wir 3 bis 5 Jahre aufwändig Daten zu den Katzen erheben!

Ein­schät­zung
Der klas­si­sche Fall, in dem durch „Ver­ta­gung“ nichts getan wer­den soll.

Ihre Ant­wort
Nein, das ist nicht not­wen­dig, denn der hie­si­ge Tier­schutz erhebt die­se Daten bereits seit Jahren.

Zudem muss ledig­lich fest­ge­stellt wer­den, dass bei uns ver­wil­der­te Kat­zen­po­pu­la­tio­nen exis­tie­ren. Dies wur­de bereits 2017 in der klei­nen Anfra­ge an das BMEL (Druck­sa­che 18/118900; unser Arti­kel hier­zu) geklärt.

Jede im Kat­zen­schutz enga­gier­te Per­son in unse­rer Kom­mu­ne wird Ihnen aus eige­ner Erfah­rung die Exis­tenz sol­cher Kat­zen­po­pu­la­tio­nen bestä­ti­gen können.

Wir haben kein Geld und keine Kapazitäten!

Ein­schät­zung
In Kom­mu­nen, um deren Finan­zen und Per­so­nal­de­cke es nicht gut bestellt ist, kann die­se Angst natür­lich aufkommen.

Ihre Ant­wort
Eine Katzen­schutz­ver­ordnung wird nicht aktiv ver­folgt, Kos­ten und Auf­wand sind des­halb weit­ge­hend zu vernachlässigen.

Die Erfah­rung in ande­ren Kom­mu­nen zeigt, dass bis­her nur in sehr weni­gen Fäl­len über­haupt Mah­nun­gen aus­ge­spro­chen oder Buss­gel­der erho­ben wur­den. Der Auf­wand, den ein Ord­nungs­amt mit der Umset­zung einer Katzen­schutz­ver­ordnung hat, ist also fast nicht spür­bar, wie bei­spiels­wei­se „Poli­tik für die Katz‘“ im Gespräch mit hes­si­schen Ord­nungs­äm­tern herausfand.

Eine Katzen­schutz­ver­ordnung erleich­tert nicht nur die Arbeit des Vete­ri­när­am­tes, die Tier­hei­me wer­den auch weni­ger Zugän­ge an Kat­zen haben. Bei­des wirkt sich kos­ten­sen­kend aus.

Wir geben doch schon Geld an den Tierschutz für die Fundtiere!

Ein­schät­zung
Hier wird zwar Sor­ge um die Tie­re behaup­tet, das Pro­blem aber verkannt.

Ihre Ant­wort
Mit Geld allei­ne lässt sich das Pro­blem der zu gros­sen Kat­zen­po­pu­la­tio­nen nicht lösen! Des­halb for­dert das Grund­ge­setz die Poli­tik ja auch unmiss­ver­ständ­lich auf, das Tier­wohl durchzusetzen.

Unse­re Kom­mu­ne zahlt die Sum­me X pro Kopf an ein Tier­heim, damit es Fund­tie­re auf­nimmt. Die­se Fund­tier­ab­ga­be mag zwar ein Gewis­sen beru­hi­gen, sie hilft aber nicht, das grund­le­gen­de Pro­blem  über­bor­den­der Kat­zen­po­pu­la­tio­nenen zu lösen. Was hilft, ist der Erlass einer Katzenschutzverordnung.

Den Katzen geht es da draussen doch gut!

Ein­schät­zung
Eine sol­che Argu­men­ta­ti­on zeigt die bedenk­li­che Fer­ne zum The­ma — und will Sie in Beweis­not bringen.

Ihre Ant­wort
Nein, das stimmt sehr oft nicht. Die Lebens­er­war­tung einer ver­wil­der­ten Haus­kat­ze — und davon gibt es vie­le! — ist weit nied­ri­ger als die einer Besit­zer­kat­ze. Das liegt dar­an, dass es vie­len Kat­zen eben genau nicht gut geht. Nah­rungs­man­gel, Schwä­che, Ver­let­zung und Krank­hei­ten sind die Folg­ten für die Wild­lin­ge — die wie­der­um Haus­kat­zen anste­cken. Übri­gens ist genau das auch die Begrün­dung (Sei­te für 21)  für  § 13b TierSchG.

Wir haben hier­zu einen Blog-Bei­trag geschrie­ben, der die Pro­ble­me beschreibt.

Wir haben Bedenken wegen der rechtlichen Seite des Halters!

Ein­schät­zung
Stand heu­te (Janu­ar 2022) ist das eine Nebel­ker­ze, die eine Grau­zo­ne schaf­fen soll, um die Ein­füh­rung einer Katzen­schutz­ver­ordnung zu behindern.

Ihre Ant­wort
Bei­spiel Hes­sen: Weder der dor­ti­gen Tier­schutz­be­auf­tra­gen noch dem Lan­des­tier­schutz­ver­band ist ein Fall bekannt, in dem es zu einer recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung im Zusam­men­hang mit einer Katzen­schutz­ver­ordnung kam.

Eine Kat­zen­schutz­veror­dung soll­te beinhal­ten, dass die Rege­lung für Zucht­tie­re auf Antrag nicht gilt. Somit gibt es in die­sem Bereich kei­ne Grund­la­ge für recht­li­che Pro­ble­me. Auch Kat­zen, die kei­nen oder einen gesi­cher­ten Frei­gang haben, fal­len nicht in die Regelung.

Der Hal­ter kann also – auch wenn davon aus medi­zi­ni­schen Grün­den abzu­ra­ten ist – sein unk­as­trier­tes Tier im Haus oder mit einem gesi­cher­ten Frei­gang hal­ten, so dass eine unkon­trol­lier­te Ver­paa­rung aus­ge­schlos­sen ist. Da die Tie­re dann trotz­dem ihrem Sexu­al­trieb fol­gen und bei Gele­gen­heit einen „Aus­flug“ machen, ist eine Kas­tra­ti­on und Kenn­zeich­nung trotz­dem ratsam.

Dass eine Katzen­schutz­ver­ordnung einen schwer­wie­gen­den Eigen­tums­ein­griff dar­stellt, kann durch­aus bezwei­felt wer­den. Das Recht, eine nicht gekenn­zeich­ne­te und unk­as­trier­te Kat­ze frei her­um­lau­fen und sich unkon­trol­liert ver­meh­ren zu las­sen, begrün­det sich in Art. 2 GG. Die­ses Recht wird jedoch ein­ge­schränkt: „Jeder hat das Recht auf die freie Ent­fal­tung sei­ner Per­sön­lich­keit, soweit er nicht die Rech­te ande­rer ver­letzt und nicht gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung oder das Sit­ten­ge­setz verstößt.“

Als Gesell­schaft haben wir jedoch auch den Schutz des Tie­res als Ziel und eine unkon­trol­lier­te Ver­meh­rung bei Kat­zen sorgt unbe­strit­ten für viel Tier­leid. Das gilt es mit einer Katzen­schutz­ver­ordnung zu verhindern.

Wir geben lieber Geld, als eine Katzenschutzverordnung zu erlassen!

Ein­schät­zung
Wie sehr muss man die Augen vor den Tat­sa­chen ver­schlies­sen, um so eine Aus­sa­ge zu tref­fen? Die Haupt­last auf die­sem Gebiet tra­gen Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen und Pri­vat­per­so­nen, die Ihre Zeit und viel Geld investieren.

Ihre Ant­wort
Wenn das Geld die tat­säch­li­chen Kos­ten, die für die Redu­zie­rung der ver­wil­der­ten Kat­zen­po­pu­la­tio­nen auf­ge­wen­det wer­den, decken soll, muss unse­re Kom­mu­ne tief in den Geld­sä­ckel greifen.

Wir brau­chen zum einen Geld für Kas­tra­ti­ons­ak­tio­nen der ver­wil­der­te Haus­kat­zen — und die Erfah­rung zeigt: Das allein wirkt immer nur kurzfristig.

Dazu kom­men die Kos­ten der Pfle­ge­stel­len für die vie­len Kat­zen und die Ver­mitt­lung des Nach­wuch­ses. Das kön­nen Pri­va­te nur begrenzt leis­ten, denn der Platz und auch die  ehren­amt­li­chen Hel­fe­rIn­nen sind begren­zen­de Fak­to­ren — und das alles kos­tet viel.

Was wir brau­chen ist in ers­ter Linie die Redu­zie­rung der Kat­zen­po­pu­la­ti­on — und das geht nur durch eine Katzenschutzverordnung.

Durch eine höhe­re Anzahl kas­trier­ter Besit­zer-Kat­zen wür­de die finan­zi­el­le Belas­tung der Ver­ei­ne dau­er­haft sin­ken. Dem Kat­zen­schutz wäre so auf nach­hal­ti­ge Wei­se gedient.

Ledig­lich mehr Geld zu geben, löst das Pro­blem nicht.

Es reicht doch eine Kennzeichnungspflicht!

Ein­schät­zung
Immer­hin: Das ist ein Anfang, der unser Enga­ge­ment grund­sätz­lich unter­stützt. Viel­leicht ist es sogar eine Basis für ein gemein­sa­mes Gespräch?

Ihre Ant­wort
Eine Kenn­zeich­nung hilft fest­zu­stel­len, wer Hal­te­rIn einer Kat­ze ist. Sie hilft aber nicht, um das eigent­li­che Pro­blem zu lösen: die unkon­trol­lier­te Ver­meh­rung der Katzen.

Es ist sehr arbeitsintensiv, eine Satzung zu erarbeiten!

Ein­schät­zung
Es han­delt sich um ein Schein­ar­gu­ment, das zeigt, dass man sich nicht aus­rei­chend mit dem The­ma beschäf­tigt hat.

Ihre Ant­wort
Es gibt gute Vor­la­gen, die genutzt wer­den kön­nen. In Hes­sen kann das Hand­rei­chung-Paket der Lan­des mit einer Bei­spiels-Sat­zung genutzt werden:

Zum ande­ren gibt es bun­des­weit zir­ka 1000 Kom­mu­nen (Stand Janu­ar 2022), die eine Katzen­schutz­ver­ordnung auf Basis von § 13b Tier­SchuG erlas­sen haben. Sicher­lich wird es mög­lich sein, sich an einer die­ser vie­len Sat­zun­gen zu orientieren.

Bald gibt es keine Katzen mehr!

Ein­schät­zung
Da kennt sich jemand über­haupt nicht aus!

Ihre Ant­wort
Bei allein 14 Mil­lio­nen Haus­kat­zen und geschätz­ten 2 Mil­lio­nen ver­wil­der­ten Kat­zen in der Bun­des­re­pu­blik ist die­se Befürch­tung zu ver­nach­läs­si­gen. Falls es tat­säch­lich einen Man­gel an Kat­zen geben soll­te, wird eine kon­trol­lier­te Zucht eine Rol­le spie­len, die den Tie­ren auch einen Wert geben wird.

Soll­te dies nicht der Fall sein, wird die ein oder ande­re der welt­weit geschätz­ten 600 Mil­lio­nen Kat­zen den Weg zu uns finden.

Wer soll die Einhaltung der Katzenschutzverordnung kontrollieren!

Ein­schät­zung
Das ist eine berech­tig­te Fra­ge, wenn man sich erst­mals mit dem The­ma beschäftigt.

Ihre Ant­wort
Eine Katzen­schutz­ver­ordnung wird, wie vie­le ande­re Ver­ord­nun­gen auch, nicht aktiv kon­trol­liert. Dies ist auch schwer möglich.

Das bedeu­tet, dass es kei­nen Kon­troll­auf­wand für eine Kom­mu­ne gibt.

Zusatz­in­for­ma­ti­on
Die Fra­ge, war­um man dann über­haupt eine Katzen­schutz­ver­ordnung braucht, erscheint Uner­fah­re­nen an die­ser Stel­le logisch. Die­se not­wen­di­ge und schlüs­si­ge Posi­ti­on soll­ten Sie dazu stets parat haben:

Die Ver­ord­nung ist sehr hilf­reich, denn sie stärkt die Posi­ti­on des Vete­ri­när­am­tes und bie­tet ihm einen Hand­lungs­rah­men. Zum ande­ren bie­tet sie dem Tier­schutz einen Rah­men, legal die Streu­ner kas­trie­ren zu las­sen, die nicht gekenn­zeich­net sind. Dar­über hin­aus hilft es dem Tier­heim, die Hal­ter von Fund­kat­zen schnel­ler zu ermit­teln. Kür­ze­re Ver­weil­dau­er — gerin­ge­re Kosten.

Wieso soll ein Privathalter kastrieren, wenn beim Bauern viele unkastriert und krank herum springen!

Ein­schät­zung
Eine gute Fra­ge — die aber jede/r selbst beant­wor­ten kön­nen soll­te, denn sie betrifft jede ande­re Rege­lung, die von unein­sich­ti­gen Men­schen nicht befolgt wird.

Ihre Ant­wort
Es kann kei­ne Recht­fer­ti­gung für Tier­leid sein, wenn irgend­wer — hier bei­spiels­wei­se Bau­ern — sich not­wen­di­gen Rege­lun­gen  verweigern.

Wich­tig ist: Mit einer sol­chen Ver­ord­nung gibt man dem Vete­ri­när­amt einen Hand­lungs­rah­men und dem Tier­schutz ein gewich­ti­ges Argu­ment an die Hand, um auch schwie­ri­ge Fäl­le zu lösen — wie gera­de den Umgang mit Kat­zen auf den im Bei­spiel genann­ten Bauernhöfen.

Zudem: Pro­ble­me wer­den sel­ten von nun auf jetzt gelöst, aber mit einer Katzen­schutz­ver­ordnung, einer pas­sen­der Öffent­lich­keits­ar­beit und unter­stüt­zen­der Arbeit des Tier­schut­zes, wur­den aus unse­rer Erfah­rung bereits vie­le unein­sich­ti­ge Tier­hal­ter überzeugt.

Kastrierte Katzen fangen keine Mäuse mehr!

Ein­schät­zung
Die­se Behaup­tung ist nicht ein­mal gesun­des Halbwissen.

Ihre Ant­wort
Nein, das ist nicht rich­tig. Eine Kas­tra­ti­on hat kei­ne Aus­wir­kung auf das Jagd­ver­hal­ten einer Kat­ze. Hier­zu gibt die Stu­die „Ein­fluss von Haus­kat­zen auf die hei­mi­sche Fau­na und mög­li­che Manage­ment­maß­nah­men“ wei­te­re Einblicke.

Man nimmt den Tieren durch die Kastration doch den Spaß!

Ein­schät­zung
Die­ses Argu­ment ist wirk­lich weit her­ge­holt und blen­det den Hin­ter­grund, war­um eine Katzen­schutz­ver­ordnung über­haupt ange­wen­det wer­den soll, völ­lig aus.

Ihre Ant­wort
Wir reden nicht über einen ange­nom­me­nen Spass der Kat­ze, son­dern über Kat­zen­schutz. Es geht um Krank­hei­ten und Elend, die nicht mit dem Tier­schutz­ge­dan­ken ver­ein­bar sind.

Hin­ter­grund
Kat­zen wer­den mehr­mals im Jahr rol­lig — wer­den sie begat­tet, wer­den sie träch­tig. Mehr­mals im Jahr. Das laugt die Kat­zen extrem aus. Beim Paa­rungs­akt wer­den Krank­ei­ten über­tra­gen, die oft­mals den gera­de ent­ste­hen­den Wel­pen mit­ge­ge­ben werden.

Eine kran­ke Kat­ze bringt also kran­ke Wel­pen zu Welt. Nach fünf Wochen kann die­se kran­ke Kat­ze schon wie­der rol­lig werden.

Unk­as­trier­te Woh­nungs­kat­zen lei­den oft an Dau­er­rol­lig­keit, die Krebs­er­kran­kun­gen begüns­ti­gen kann.

Der Paa­rungs­akt ist zudem übri­gens äus­serst schmerz­haft für die Kat­ze, da der Kater eine Art Dorn am Penis hat.

Der unk­as­trier­te Kater ver­tei­digt sein Revier bis aufs Blut. Kämp­fe sor­gen für schlim­me Ver­let­zun­gen mit­samt Über­tra­gung von Krank­hei­ten. Der Bewe­gungs­ra­di­us eines unk­as­trier­ten Katers ist viel­fach grö­ßer, als der eines kas­trier­ten. Dadurch kommt es häu­fi­ger zu Verkehrsunfällen.

Die Tier­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung für Tier­schutz e. V. emp­fiehlt in ihrem Merk­tplatz 120 die Kas­tra­ti­on von Kat­zen und Katern.

Eine Katzenschutzverordnung hilft doch gar nicht!

Ein­schät­zung
Die­se Aus­sa­ge ist ver­mut­lich frei erfun­den, um eine KSchV zu diskreditieren.

Ihre Ant­wort
Es gibt diver­se Medi­en­be­rich­te dar­über, dass KSchV erfolg­reich sind. Dabei wird ein Nut­zen auf ver­schie­de­nen Ebe­ne fest­ge­stellt: Manch­mal wird fest­ge­hal­ten, dass die Zah­len der frei­le­ben­den Kat­zen zurück­ge­hen, an ande­rer Stel­le stei­gen die Kastrationszahlen. 

Uns ist kein Fall bekannt, in dem eine Kom­mu­ne über eine ein­ge­führ­te KSchV geklapt hat.

Lesen Sie Kurz­be­rich­te über die Wirk­sam­keit der Maßnahme.

Katzenschutzverordnungs-Projekte

Wir begleiten einige Projekte

In vie­len Fäl­len sind wir nah dran an einem kom­mu­na­len Pro­jekt zur Ein­füh­rung einer Katzen­schutz­ver­ordnung. Wir doku­men­tie­ren eini­ge die­ser Projekte.

Grundlagen

Bundesrepublik Deutschland

16 Bundesländer

Wie wer­den Kat­zen­schutz­ver­ord­nun­gen in den ein­zel­nen Bun­des­län­dern umge­setzt? Lesen Sie unse­re Dokumentation.

Katzenrecht

Das Recht dahinter

Wir erklä­ren die recht­li­chen Zusam­men­hän­ge: Wie­so müs­sen plötz­lich Gemein­de­ver­tre­te­rIn­nen dafür sor­gen, dass das Grund­ge­setz umge­setzt wird?

Email:

Tele­fon­kon­takt: 0 66 68 / 91 99 377