Fra­gen und Antworten

FAQ zur Katzenschutzverordnung

Sie wol­len etwas über die grund­le­gen­den Aspek­te einer Katzen­schutz­ver­ordnung erfah­ren? Dann sind Sie hier richtig.

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Wir haben die FAQ the­ma­tisch geord­net. Suchen Sie sich Ihren The­men­be­reich heraus.

Was ist eine Katzenschutzverordnung?

Eine Katzen­schutz­ver­ordnung ent­hält die Kas­tra­ti­ons-, Kenn­zeich­nungs- und Regis­trie­rungs­pflicht für Kat­zen mit unkon­trol­lier­tem Frei­gang (Frei­gän­ger).

Warum ist eine Katzenschutzverordnung wichtig?

Das Ziel einer Katzen­schutz­ver­ordnung ist die Kon­trol­le und Ver­hin­de­rung von Streu­ner­po­pu­la­tio­nen. Die­se ent­ste­hen durch unk­as­trier­te Besit­zer­kat­zen. Mit einer Katzen­schutz­ver­ordnung wer­den die Besit­zer ver­pflich­tet, ihre Kat­zen im Frei­gang kas­trie­ren, kenn­zeich­nen und regis­trie­ren zu lassen.

Ist eine Katzenschutzverordnung wichtig für private Katzenbesitzer?

Streu­ner sind oft mit über­trag­ba­ren Krank­hei­ten infi­ziert, gegen die es nicht immer eine Imp­fung gibt. Die­se Krank­hei­ten wer­den beim Deck­akt, bei Revier­kämp­fen und durch „öffent­li­che Kat­zen­klos“ auch auf Besit­zer­kat­zen übertragen.

Eben­so kön­nen auf die­sem Wege auch Para­si­ten auf Besit­zer­kat­zen über­ge­hen (Wür­mer, Giar­di­en, Cla­my­di­en, Flö­he, Milben).

Man­che Krank­hei­ten sind auch auf Men­schen über­trag­bar. Das nennt man Zoo­no­sen, die in ungüns­ti­gen Situa­tio­nen töd­lich enden können.

Was bedeutet eine Katzenschutzverordnung für TierschützerInnen?

Es geht um Rechts­si­cher­heit, damit Fund­tie­re (und dazu zäh­len auch Streu­ner) nach einer kur­zen War­te­zeit kas­triert und gekenn­zeich­net wer­den dürfen.

Muss eine Katzenschutzverordnung von jeder Kommune neu erarbeitet werden?

Nein. Es gibt vie­le Kom­mu­nen, die bereits eine Katzen­schutz­ver­ordnung erlas­sen haben. Sicher­lich wird es mög­lich sein, eine die­ser Sat­zun­gen zu über­neh­men oder sich zumin­dest dar­an zu orientieren.

Auch stel­len eini­ge Bun­des­län­der Vor­la­gen zur Verfügung.

Müssen die Kommunen nicht erst 3 bis 5 Jahre Daten zu den streunenden Katzen erheben?

Nein, das ist nicht not­wen­dig. Es muss ledig­lich fest­ge­stellt wer­den, dass ver­wil­der­te Kat­zen­po­pu­la­tio­nen exis­tie­ren. Dies wur­de bereits 2017 in einer klei­nen Anfra­ge an das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft geklärt (Druck­sa­che 18/1189000).

Gibt es bei uns überhaupt ein Katzenproblem? Wir wissen nichts davon!

Streu­ner­po­pu­la­tio­nen sind meist nicht sicht­bar, da sie in der Regel ver­steckt leben. 

Gibt es kei­ne akti­ven Kat­zen­schüt­ze­rIn­nen, wer­den die offi­zi­el­len Zah­len nied­rig sein. Mehr Hin­ter­grün­de hier­zu fin­den Sie in unse­rem Doku­ment „Poli­tik für die Katz’ infor­miert: sta­tis­ti­sche Daten zu Kat­zen­po­pu­la­tio­nen“.

Fra­gen Sie bei den ört­li­chen Tier­schutz­ver­ei­nen und den vie­len pri­va­ten Initia­ti­ven für Streu­ner­kas­tra­tio­nen nach, wie es um die Streu­ner­po­pu­la­tio­nen in Ihrer Gemein­de bestellt ist.

Es ist ziem­lich unwahr­schein­lich, dass gera­de in Ihrer Kom­mu­ne die Ver­hält­nis­se viel anders sein soll­ten als im sta­tis­ti­schen Durchschnitt.

Poli­tik für die Katz‘ bie­tet eine Mög­lich­keit, die sta­tis­ti­sche Kat­zen­po­pu­la­ti­on Ihrer Kom­mu­ne zu ermit­teln: CatT­ab

Wer kontrolliert die Einhaltung der Katzenschutzverordnung?

Eine Katzen­schutz­ver­ordnung wird, wie vie­le ande­re Ver­ord­nun­gen auch, nicht aktiv kon­trol­liert. Dies ist auch schwer mög­lich. Sie die Grund­la­ge, bei Bedarf ein­schrei­ten zu kön­nen. Die Ver­ord­nung gibt Tier­schutz­ver­ei­nen, Vete­ri­när- und Ord­nungs­äm­tern früh­zei­tig die Mög­lich­keit, rechts­si­cher einzuschreiten.

Eine Katzen­schutz­ver­ordnung bin­det kein Personal.

Werden durch die Katzenschutzverordnung Kosten eingespart?

Ja.

    1. Mit­tel- und lang­fris­tig wird es es weni­ger Fund­tie­re geben, die tier­ärzt­lich ver­sorgt wer­den müs­sen. Ins­ge­samt wird sich die Anzahl der Streu­ner und deren Kit­ten ver­rin­gern, die gesi­chert, beher­bergt, ver­sorgt, tier­ärzt­lich behan­delt und ver­mit­telt wer­den. Das Ziel einer Katzen­schutz­ver­ordnung ist es, Streu­ner­nach­wuchs zu verhindern.
    2. Gekenn­zeich­ne­te und regis­trier­te Fund­tie­re kön­nen schnel­ler dem Besit­zer zurück­ge­ge­ben wer­den. Dies schont die Kapa­zi­tä­ten und Bud­gets der Tierheime/Kommunen.
Stellt eine Katzenschutzverordnung einen Eigentumseingriff dar?

Das Recht, eine unk­as­trier­te Kat­ze in den Frei­gang und sie sich unkon­trol­liert ver­meh­ren zu las­sen, begrün­den vie­le mit dem ers­ten Teil von Arti­kel 2 Satz 1 unse­res Grundgesetzes:

„Jeder hat das Recht auf die freie Ent­fal­tung sei­ner Persönlichkeit, …“

Hier­bei wird ger­ne die Ein­schrän­kung ver­nach­läs­sigt, die im zwei­ten Halb­satz steht:

„, … soweit er nicht die Rech­te ande­rer ver­letzt und nicht gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung oder das Sit­ten­ge­setz verstößt.“

Unse­re ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung sieht aus­drück­lich den Schutz des Tier­wohls vor, so dass es nicht dem Ein­zel­nen über­las­sen wer­den kann, über Wohl und Wehe eines Tie­res zu entscheiden.

Es ver­stößt auch gegen die guten Sit­ten, wenn man durch sein Ver­hal­ten das Leid von Tie­ren bil­li­gend in Kauf nimmt. Eine unkon­trol­lier­te Ver­meh­rung bei Kat­zen sorgt für viel Tier­leid. Genau die­ses Leid gilt es mit einer Katzen­schutz­ver­ordnung zu verhindern.

Im Rah­men einer sol­chen Ver­ord­nung kön­nen Kat­zen­be­sit­ze­rIn­nen ihre Kat­zen unk­as­triert mit gesi­cher­tem Frei­gang hal­ten (was aus tier-gesund­heit­li­chen Grün­den nicht emp­foh­len wird). So kön­nen Bür­ger­In­nen unk­as­trier­te Kat­zen hal­ten, ohne die Rech­te ande­rer, die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung oder das Sit­ten­ge­setz zu missachten.

Muss eine Kommune wegen der Katzenschutzverordnung mit einer Klagewelle rechnen?

Gera­de wenn eine Ver­ord­nung ein­ge­führt wird, bedeu­tet dies grös­se­re Rechts­si­cher­heit. Bun­des­weit ist uns kein Fall bekannt, in dem es zu einer recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung im Zusam­men­hang mit einer Katzen­schutz­ver­ordnung kam (Stand: Janu­ar 2022).

Gilt die Katzenschutzverordnung ausnahmslos für alle Katzen?

Rei­ne Woh­nungs­kat­zen und Zucht­tie­re sowie Kat­zen mit kon­trol­lier­tem Frei­gang kön­nen auf Antrag von der Kas­tra­ti­ons- und Kenn­zeich­nungs­pflicht aus­ge­nom­men wer­den. Die­se Mög­lich­keit muss in einer Katzen­schutz­ver­ordnung vor­han­den sein.

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